Problematisches Spielverhalten

Viele Menschen können ohne weiteres am Glücksspiel, sei es am Automatenspiel, Lotto, Casino, an Sport- oder Pferdewetten, teilnehmen, ohne dass es für sie ein Problem ist oder wird. Bei wenigen jedoch kann sich aus verschiedensten Gründen problematisches Spielverhalten entwickeln. Sie erreichen irgendwann einen Punkt, an dem sie die Selbstkontrolle verlieren und dem Zwang, zu wetten oder zu spielen nachgeben, obwohl sie bereits negative Konsequenzen im Alltag erleben. In diesen Fällen spricht man von Glücksspielsucht. Die Folgen von Glücksspielsucht können für den Betroffenen und dessen Familienangehörige drastisch sein.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff „Glücksspielsucht“ oft für krankhaftes Spielverhalten genutzt. In der Wissenschaft spricht man hingegen von pathologischem Spielverhalten oder einer pathologischen Spielstörung. Auffälliges Spielverhalten ohne Krankheitswert wird als problematisches Spielverhalten bezeichnet. Es gilt als Vorstufe zur Glücksspielsucht. Es werden vier Stufen des Spielens unterschieden: Diese reichen von sozialem Spielen über regelmäßige Spielteilnahme bis hin zu problematischem Spielverhalten, an dessen Ende das pathologische Spielverhalten steht.

Begriff und Abgrenzung

Anerkannte Merkmale für ein pathologisches Spielverhalten sind:

  • Du bist vom Glücksspiel stark eingenommen
  • Du hast bereits mehrfach erfolglos versucht, das Spiel einzuschränken oder aufzugeben
  • Du bist oft unruhig und gereizt
  • Du hast schon mal Dritten gegenüber gelogen, um deine Spielproblematik zu vertuschen
  • Du hast wieder bzw. weiter gespielt, um Geldverluste auszugleichen
  • Du hast das Verlangen, immer wieder zu spielen, auch Deine Gedanken kreisen immer häufiger um das Glücksspiel
  • Andere Interessen und Lebensbereiche treten in den Hintergrund

Die Gründe für eine Glücksspielsucht sind vielfältig. Sie können in den Lebensumständen oder in der Person selbst liegen. So können z.B. berufliche Überforderung oder Unzufriedenheit, Probleme in Partnerschaft und Familie oder fehlende sinnvolle Freizeit- und Beschäftigungsmöglichkeiten ein riskantes Spielverhalten begünstigen.

Prävalenzen

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Menschen mit den folgenden Merkmalen eher gefährdet, ein Problem mit dem Glücksspiel zu entwickeln:

  • Männliches Geschlecht
  • Junges Lebensalter
  • Niedriger Bildungsabschluss
  • Geringes Haushaltsnettoeinkommen
  • Migrationserfahrungen bzw. –hintergründe
  • Arbeitslosigkeit
  • Glücksspielproblematik bei Familienangehörigen
  • Profi-Sportler

Folgen

Die Folgen von Glücksspielsucht können für den Betroffenen und dessen Familienangehörige verheerend sein. Häufige Folgen sind Schulden, Persönlichkeitsveränderungen aber auch das Abrutschen in die Kriminalität, um sich das weitere Glücksspiel leisten zu können.